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25. November 2008

gruppensex (aber ohne kapitalismus!)

"... aber du kannst doch jetzt dem kapitalismus nicht an allem die schuld geben."

darauf antworte ich erst mal mit einem provokantem "doch!" und meine damit, wie die kapitalistische produktionsweise uns in eine bestimmte gesellschaftliche form zwaengt (schau dich doch nur mal um!).

die D. fragt mich dann noch, was denn dann mit der partner_innen-wahl waere und ob die denn dann auch dem kapitalismus geschuldet waere. ich ruecke daraufhin nicht von meiner annahme ab und kann dennoch keine befriedigene antwort (fuer die D. als auch fuer mich) darauf geben wie genau das jetzt gemeint ist.

beim reflexiven spaziergang mit der W. fange ich dann an mir folgendes dazu zu denken:

"also der kapitalismus bestimmt meine daseinsform. egal ob ich damit lebe / damit umgehen kann oder mich in irgend einer weise gegen die gesellschaftlichen verhaeltnisse zu wenden versuche. ich lebe  ununterbrochen und staendig in kapitalistischen verhaeltnissen. solange keine_r dagegen etwas unternimmt und niemenschdem etwas besseres einfaellt, wird das wohl auch noch eine weile so bleiben.

alles was mich umgibt und alles in mir drinnen wird / wurde durch den kapitalismus gepraegt. damit ist dann auch festgelegt wie und wo, in welchem kontext ich menschen begegne und / oder naeher kennenlerne. mit anderen worten: ein restriktives system erlaubt nur ganz gewisse (konstruierte) freiraeume in denen soziale interaktion moeglich ist (bus, privatparty, supermarkt, bar, arbeitsplatz, uni, internet, kundgebung, gefaengnis, musikantenstadl, kino, sportverein, aussteiger-ressort, campingplatz, intensivstation).

wenn ich darueber jetzt nichts weiss (und selbst wenn!), dann kann ich nur soweit handeln, wie es meine anerlernte disziplinierung eben erlaubt.

eingeschraenktes handeln und somit ein uneingeschraenktes selbstverstaendnis darf ohne weiteres den "aeusseren umstaenden" angelastet werden. weil sich der mensch jetzt konform zur gesellschaftlichen norm verhalten muss (mit einschraenkungen) - STOP! - ich korrigiere: solange sich der mensch konform zur gesellschaftlichen norm verhaelt bzw. anerlernte verhaltensweisen nicht dekonstruiert oder dekonstruieren kann (weil kein zugang dazu), geben fremdbestimmte kraefte impulse den ausschlag fuer das eingehen partnerschaftlicher beziehungen.

anders gesagt: ich verliebe mich einen menschen in einer konstruierten zeit, zu konstruierten anlaessen, an konstruierten (eventuell sich so herausgebildeten) orten, die alle so real sind wie ich es bin. jedenfalls sicher nicht aufgrund einer unter  der oberflaeche befindlichen essenz eines bestimmten typs von frau oder mann.

beispiele? hmm ...

mann und mann? mann und mann und frau? 29 jahre jung und 74 jahre alt? monogamie? transgender?
instinkte? hormone? seelenpartner_innen? sex? individuum?

worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus? irgendwas mit liebe die es gar nicht gibt, sondern hald nur konstruiertes gemeinsames wohlbefinden auf zeit. gesellschaftliche und letztendlich nicht hinterfragte heteronormative konstrukte (ganz europa basiert auf der idee, dass saemtliche beziehungen der menschen immer und ueberall - in allen galaxien - durch das modell frau und mann und kind (und ev. hund) erklaerbar ist), die als natuerlich und essentiell menschlich erklaert werden, vermitteln den irrglauben, dass wir uns eh alle auswegslos in die menschen verlieben, die fuer uns schon immer bestimmt waren.

und weil hald jetzt die tolle, tolle heterosexuelle, monogame, sterile liebe als einziges ding unantastbar ausserhalb des kapitalismus stehen darf (von wegen "can't buy me love!") wird sie uns sicherlich alle (irgendwann) erretten und zur belohnung duerfen dann alle im himmel gemeinsam koerperlosen gruppensex haben.

ja eh!

30. Juli 2008

grruuuuuu

"why we are afraid of revolution?" tönt es aus dem lautsprecher, den boxen (also den kleinen schwarzen dingern) die da neben meinem eh veralteten solala-irgendwas-end-rechner stehen). jetzt frag' ich mich hald wirklich woran es liegt, dass sich da so ein gefuehl der angst oder zumindest des unbehagens einstellt wenn ich (wohl viele von uns) an revolution - immerhin wortwoertlich mit umwaelzung uebersetzbar - denke.

weil es jetzt 1.) einfach ist und 2.) mich der W. auf diese idee gebracht hat, als er den satz "becaus it could change, things we like..."[sic!] in seine messenger-bubble reingeschrieben hat (quasi bzw. direkt als antwort auf meine messenger-bubble sozusagen) und ich ihm dann zumindest gedanklich mit "bequemlichkeit, also!" geantwortet hab', hab' ich mir vorgenommen (also: jetzt grade), fiktiv mit mir selbst ueber dieses (ja eh: leidige thema zu diskutieren um vielleicht danach ein bissi schlauer zu sein als ich es jetzt bin. ausgeschriebene gedanken sozusagen, damit ich dann vielleicht irgendwann genau(er) weiss, warum ich jetzt so ticke wie ich ticke und sagen wir zum bleistift vor 3 jahren noch fleisch gegessen oder die gruenen waehlen gegangen bin und noch auto gefahren bin und jetzt hald, na ja, ehschowissn: veganer und linkslink und so kritisch und hald schon ein bissi extreme ansichten manchmal (und nicht einmal ein fahrrad fahr' ich und so):

ZWEI SEIN FORTGESETZT

16. Mai 2008

don't get any big ideas (they're not gonna happen')

es war so ein schoener tag,
es wurde eine so brutale nacht.
was sich den ganzen tag
so gut angefuehlt hat,
was den ganzen tag lang rund um uns passierte
war gut und kreativ und befreiend.
so viele ideen, so viel enthusiasmus
und so viele gute, gute menschen.

alles rundherum hat gestrahlt,
alle wussten wofuer das alles.
motivation und alle gedanken
auf ein großes ziel gerichtet.
ein ziel das wir kurz vor augen haben,
ein prozess der sich
vor unseren augen verselbststaendigt,

das gefuehl alles fliesst,
um sich dann
(nach getaner arbeit)
von selbst zu ergeben.

transparente, pinsel,
flugblaetter, debatten und reime!
so viel beeindruckendes
und so viele eindruecke,
so viele gute menschen,
ja - so viele gut gelaunte menschen.

so habe ich es zumindest gefuehlt
(und wohl viele andere auch).

dann kam der abend
und wir versammelten uns erneut,
um uns gegenseitig nochmal einmal zu versichern,
dass wir das richtige tun.
(so sollte dieser tag zu ende gehen.)

dennoch baute sich in der konfrontation
(mit dem was uns umgibt)
nach einem durchlebten rausch
(den diese tag provozierten)
uns gegenueber eine monstroese institution auf:

ein kaltes, eingeschworenes,
unueberwindbares ganzes

erfolge wurden hier nicht kleingeredet,
denn erfolge, die sind da.
die grosse last auf so viele schultern verteilt,
macht vieles so einfach.

wir wussten immer wo wir stehen!
wir wissen, dass wir richtig stehen!
ich weiss, ich habe mich richtig entschieden.

einzig und allein den kopf zu heben,
fuer diesen kurzen moment
die hindernisse wahrzunehmen,
die uns das ziel versperren,
macht mir angst,
schafft diese unsicherheit,
laesst diese unruhe entstehen,
die uns auf nadeln sitzen laesst.

so viel energie, so viele entbehrungen,
so viel versaeumtes (so viel besseres zu tun)
und dann dieser scherbenhaufen, dieses elendige gefuehl,
dass niemand auf unserer seite steht
und wir wie viele vor uns scheitern koennten.

ploetzlich ist da die erkenntnis,
die mich den mosaikstein erkennen laesst,
an dem wir gerade bauen.

ein grosses ganzes will zerstoert werden,
ein grosses neues muss entstehen.

der moment der uns erkennen laesst,
dass wir alles hinter uns lassen muessen,
um aus diesem debakel herauszukommen
macht uns wuetend und traurig
und laesst und am boden
angeschlagen zurueckbleiben.

doch auch wenn nichts mehr uebrig waere
(und soweit ist es noch lange nicht)
haben wir die pflicht weiterzugehen.
ich kann gar nicht anders,
ich will es gar nicht anders.
umzudrehen und aufzuhoeren
- das alte spiele weiter zuspielen -
ist gar keine option.

nebenher und weiterhin,
unbedingt und immer wieder!

auch wenn so vieles noch zu tun bleibt,
(so viele mauern einzureissen sind)
und morgen noch alles so ist wie es heute war,
(und heute war einer der guten tage)
gibt es keinen grund damit aufzuhoeren.

auch wenn nichts darauf hindeuten mag,
und mosaikstein nur mosaikstein bleibt,
vermag niemand von uns zu erkennen,
wo sich der lauf der zeit entzuendet.

was ich heute erlebt habe,
ist der tod meiner illusion:
der fall einer mauer im kopf,
die den blick auf einen weiten horizont freigeben will:

was von der mauer blieb,
ist eines meiner mosaiksteinchen:
und wir werden siegen!

10. April 2008

pfui, pfui, pfui

pfui, pfui, pfui
schlimmer geht’s immer
das leben ist hart
und fuer fast gibt’s keine punkte
deshalb verlierst du so und so,
wenn du nicht auf dich selber schaust!

zudem sind gegenentwuerfe zu diesem leben
(das sich selbst abstumpft)
nur schwer zu erdenken
und zeit haben wir eh alle keine

die juengsten sind wir auch nicht mehr und schliesslich
koennen wir uns nicht um alles kuemmern

wer jetzt verstoert ist, hat vielleicht das recht dazu,
ist jedoch zweitens bereit fuer den:
WORAUF kann ICH mich NOCH verlassen-
WOHNGEMEINSCHAFTS self RELIANCE check:


tragen sie einfach bei unten angefuehrten fragen,
die anzahl an tagen, die angefuehrtes ereignis bereits zurueckliegt ein
(sie duerfen durchaus schaetzen!)
und rechnen sie dann zusammengezaehltes ergebnis
durch die anzahl der mitbewohnerInnen in ihrem haushalt.

interpretieren sie anschliessend das ergebnis - mit hilfe ihres vermutlich gesunden menschenverstands - selbst. viel spass!

wann haben sie zuletzt...

... den restmuell in den hof verfrachtet?
... altpapier in den hof gebracht?
... den kuechentisch geputzt oder abgerauemt?
... die herdplatten geschrubbt?
... die glas- / aluminum- / plastik – container aufgesucht?
... kueche oder wohnzimmer mit dem staubsauger bearbeitet?
... den kehrbesen benutzt?
... volle muellsacke entsorgt?
... einkaeufe für die allgemeinheit erledigt?
... die fenster geputzt?
... das backrohr gewischt?
... eine gluehbirne ausgewechselt?
... den geschirrspueler aus- und gleich wieder eingeräumt?
... die badewanne geschrubbt?
... abflussverstopfungen in bad oder küche beseitigt?
... die post geholt / sortiert / verteilt?
... ihre miete rechtzeitig bezahlt?

kurzum: wann hatten sie das letzte mal in dieser wohnung, das gefuehl:

... "ich strenge mich zu sehr an fuer die gemeinschaft"?
... "so kann es nicht mehr weiter gehen"?
... "so will ich wirklich leben"?


herzlichst, ihr streikkomittee



2. April 2008

es stinkt! es reicht!

i mag echt nicht mehr
jetzt bin ich viel zu lange mit am tisch gesessen
ich hab zugehoert und wenn es entsprochen hat
habe ich auf mich aufmerksam gemacht
und manchmal war es auch durchaus produktiv was ich da von mir gab

viel zu oft aber wurde / blieb ich leise
im stillen aergert es sich am unbemerktesten,
den aerger kann ich ueberleben,
(der kann verdraengt werden)
um mich wunderschoen zu betruegen / betaeuben,

runterschlucken!
es wird sich schon was aendern,
auch wenn es dann zu spaet ist,
wenn bemerkt wird was hier schlimmes vor sich geht
(sich alles im kreis dreht),
wird verstanden werden,
was ich immer meinte und verschwieg'

ab jetzt seid ihr auf euch alleine gestellt
(so wie ich es immer war)

jetzt bin ich nicht mehr das opfer
ich ermaechtige mich selbst
ich habe kein recht mehr
mich so zu behandeln

ihr habt keine opfer gebracht,
dennoch habt ihr euer opfer umgebracht
(um den verstand)

das opfer gibt es jetzt nicht mehr,
es stinkt! es reicht!
(weiter als der horizont)

jetzt lernen wir einen anderen kennen!

7. Januar 2008

er/sie/es-kenntnisse

wer zu lange schlaeft bekommt derzeit die sonne nur ganz spaerlich zu gesicht.

aussprachen mit nahestehenden menschen koennen das dilemma des eigenen ich's nicht aufloesen.

zwischen sprungschanze und tankstelle faellt mir ein, dass sonntage zum konsumieren gedacht sind.

wer seine sonntage vergeudet und dazu in der lage ist, muss das wochenende um einen tag verlaengern.

an alle anderen: gute besserung!

6. Januar 2008

vierundzwanzigstunden

die party die sowieso nur von wenigen frauen besucht wurde, wurde von jungen - vermutlich alleinstehenden - maennern zuerst wieder verlassen.

hinten vor der toilette wurden mir lustig anzusehende aufheiternde pillen angeboten.

mein arbeitstag endete gegen 7 uhr morgens und muendete unter anderem in einen endlos scheinenden tiefen schlaf.

was daraufhin und ueberhaupt in der wohngemeinschaft so vor sich geht, ist - wenn ueberhaupt - nur als verwirrend und demuetigend und surreal zu bezeichnen. darum moechte ich an dieser stelle den passenden satz "diese wohnung scheint von allen guten geistern verlassen zu sein" stehen haben.

musik verleitet mich dazu, mich in andere sphaeren zu denken.

auch ein buch kann hoffnung bringen.

am ende des tages bleibt die erkenntnis, dass gute, gute menschen auch in form von unbekannten besuchern ganz zufaellig und nebenbei auftauchen und alltage retten koennen.

4. Januar 2008

mein TAG

sleep late
freezing
walking the dog
phoning
visitor
furrybitch
veterinary
cooking
good meal
reading
frictions
defrosting
chatting
blogging