"... aber du kannst doch jetzt dem kapitalismus nicht an allem die schuld geben."
darauf antworte ich erst mal mit einem provokantem "doch!" und meine damit, wie die kapitalistische produktionsweise uns in eine bestimmte gesellschaftliche form zwaengt (schau dich doch nur mal um!).
die D. fragt mich dann noch, was denn dann mit der partner_innen-wahl waere und ob die denn dann auch dem kapitalismus geschuldet waere. ich ruecke daraufhin nicht von meiner annahme ab und kann dennoch keine befriedigene antwort (fuer die D. als auch fuer mich) darauf geben wie genau das jetzt gemeint ist.
beim reflexiven spaziergang mit der W. fange ich dann an mir folgendes dazu zu denken:
"also der kapitalismus bestimmt meine daseinsform. egal ob ich damit lebe / damit umgehen kann oder mich in irgend einer weise gegen die gesellschaftlichen verhaeltnisse zu wenden versuche. ich lebe ununterbrochen und staendig in kapitalistischen verhaeltnissen. solange keine_r dagegen etwas unternimmt und niemenschdem etwas besseres einfaellt, wird das wohl auch noch eine weile so bleiben.
alles was mich umgibt und alles in mir drinnen wird / wurde durch den kapitalismus gepraegt. damit ist dann auch festgelegt wie und wo, in welchem kontext ich menschen begegne und / oder naeher kennenlerne. mit anderen worten: ein restriktives system erlaubt nur ganz gewisse (konstruierte) freiraeume in denen soziale interaktion moeglich ist (bus, privatparty, supermarkt, bar, arbeitsplatz, uni, internet, kundgebung, gefaengnis, musikantenstadl, kino, sportverein, aussteiger-ressort, campingplatz, intensivstation).
wenn ich darueber jetzt nichts weiss (und selbst wenn!), dann kann ich nur soweit handeln, wie es meine anerlernte disziplinierung eben erlaubt.
eingeschraenktes handeln und somit ein uneingeschraenktes selbstverstaendnis darf ohne weiteres den "aeusseren umstaenden" angelastet werden. weil sich der mensch jetzt konform zur gesellschaftlichen norm verhalten muss (mit einschraenkungen) - STOP! - ich korrigiere: solange sich der mensch konform zur gesellschaftlichen norm verhaelt bzw. anerlernte verhaltensweisen nicht dekonstruiert oder dekonstruieren kann (weil kein zugang dazu), geben fremdbestimmte kraefte impulse den ausschlag fuer das eingehen partnerschaftlicher beziehungen.
anders gesagt: ich verliebe mich einen menschen in einer konstruierten zeit, zu konstruierten anlaessen, an konstruierten (eventuell sich so herausgebildeten) orten, die alle so real sind wie ich es bin. jedenfalls sicher nicht aufgrund einer unter der oberflaeche befindlichen essenz eines bestimmten typs von frau oder mann.
beispiele? hmm ...
mann und mann? mann und mann und frau? 29 jahre jung und 74 jahre alt? monogamie? transgender?
instinkte? hormone? seelenpartner_innen? sex? individuum?
worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus? irgendwas mit liebe die es gar nicht gibt, sondern hald nur konstruiertes gemeinsames wohlbefinden auf zeit. gesellschaftliche und letztendlich nicht hinterfragte heteronormative konstrukte (ganz europa basiert auf der idee, dass saemtliche beziehungen der menschen immer und ueberall - in allen galaxien - durch das modell frau und mann und kind (und ev. hund) erklaerbar ist), die als natuerlich und essentiell menschlich erklaert werden, vermitteln den irrglauben, dass wir uns eh alle auswegslos in die menschen verlieben, die fuer uns schon immer bestimmt waren.
und weil hald jetzt die tolle, tolle heterosexuelle, monogame, sterile liebe als einziges ding unantastbar ausserhalb des kapitalismus stehen darf (von wegen "can't buy me love!") wird sie uns sicherlich alle (irgendwann) erretten und zur belohnung duerfen dann alle im himmel gemeinsam koerperlosen gruppensex haben.
ja eh!
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25. November 2008
gruppensex (aber ohne kapitalismus!)
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21:14
11. September 2008
warum nichts so bleiben darf wie es koennte:
taken from "Anti War Protester Offers Flower To Police -- Gets Pepper Sprayed In The Face As Thanks"
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17:50
25. August 2008
#1
wenn ich ueber umbruch oder revolution nachdenken darf (an dieser stelle), dann muss ich immer zu allererst daran denken, dass ich fuer etwas einstehe, dessen umsetzung ich hoechstwahrscheinlich gar nicht erleben werde (obwohl ich so alt noch gar nicht bin, oder?).
das projekt eines gesellschaftlichen wandels kann und wird nicht in den naechsten tagen, wochen oder jahren einfach so passieren: dennoch ist das hier und jetzt und seine momentane ausgestaltung ebenfalls ein untragbarer zustand. und dabei erlaube ich mir hier jetzt einmal fuer die mehrheitsbevoelkerung des mir bekannten universums zu sprechen!!!1!!!
somit gilt es #1 fuer mich festzuhalten:
eine bessere welt nicht mehr erleben zu koennen schliesst das ankaempfen gegenwaertiger (oben-und-unten-)verhaeltnisse nicht aus!
das projekt eines gesellschaftlichen wandels kann und wird nicht in den naechsten tagen, wochen oder jahren einfach so passieren: dennoch ist das hier und jetzt und seine momentane ausgestaltung ebenfalls ein untragbarer zustand. und dabei erlaube ich mir hier jetzt einmal fuer die mehrheitsbevoelkerung des mir bekannten universums zu sprechen!!!1!!!
somit gilt es #1 fuer mich festzuhalten:
eine bessere welt nicht mehr erleben zu koennen schliesst das ankaempfen gegenwaertiger (oben-und-unten-)verhaeltnisse nicht aus!
30. Juli 2008
grruuuuuu
"why we are afraid of revolution?" tönt es aus dem lautsprecher, den boxen (also den kleinen schwarzen dingern) die da neben meinem eh veralteten solala-irgendwas-end-rechner stehen). jetzt frag' ich mich hald wirklich woran es liegt, dass sich da so ein gefuehl der angst oder zumindest des unbehagens einstellt wenn ich (wohl viele von uns) an revolution - immerhin wortwoertlich mit umwaelzung uebersetzbar - denke.
weil es jetzt 1.) einfach ist und 2.) mich der W. auf diese idee gebracht hat, als er den satz "becaus it could change, things we like..."[sic!] in seine messenger-bubble reingeschrieben hat (quasi bzw. direkt als antwort auf meine messenger-bubble sozusagen) und ich ihm dann zumindest gedanklich mit "bequemlichkeit, also!" geantwortet hab', hab' ich mir vorgenommen (also: jetzt grade), fiktiv mit mir selbst ueber dieses (ja eh: leidige thema zu diskutieren um vielleicht danach ein bissi schlauer zu sein als ich es jetzt bin. ausgeschriebene gedanken sozusagen, damit ich dann vielleicht irgendwann genau(er) weiss, warum ich jetzt so ticke wie ich ticke und sagen wir zum bleistift vor 3 jahren noch fleisch gegessen oder die gruenen waehlen gegangen bin und noch auto gefahren bin und jetzt hald, na ja, ehschowissn: veganer und linkslink und so kritisch und hald schon ein bissi extreme ansichten manchmal (und nicht einmal ein fahrrad fahr' ich und so):
ZWEI SEIN FORTGESETZT
weil es jetzt 1.) einfach ist und 2.) mich der W. auf diese idee gebracht hat, als er den satz "becaus it could change, things we like..."[sic!] in seine messenger-bubble reingeschrieben hat (quasi bzw. direkt als antwort auf meine messenger-bubble sozusagen) und ich ihm dann zumindest gedanklich mit "bequemlichkeit, also!" geantwortet hab', hab' ich mir vorgenommen (also: jetzt grade), fiktiv mit mir selbst ueber dieses (ja eh: leidige thema zu diskutieren um vielleicht danach ein bissi schlauer zu sein als ich es jetzt bin. ausgeschriebene gedanken sozusagen, damit ich dann vielleicht irgendwann genau(er) weiss, warum ich jetzt so ticke wie ich ticke und sagen wir zum bleistift vor 3 jahren noch fleisch gegessen oder die gruenen waehlen gegangen bin und noch auto gefahren bin und jetzt hald, na ja, ehschowissn: veganer und linkslink und so kritisch und hald schon ein bissi extreme ansichten manchmal (und nicht einmal ein fahrrad fahr' ich und so):
ZWEI SEIN FORTGESETZT
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