Zwei Ereignisse haben meine Sichtweise auf elektronische Musik letztes Wochenende verändert:
Zum einen war das sicherlich mein Spontan-Gig am Uni-Campus diesen Samstag. Eigentlich ist an diesem Abend alles schief gelaufen, was schief laufen kann. Der Floor war hell augeleuchtet, mein DJ-Kollege ist mir abgesprungen und das Equipment war echt mies: Im Endeffekt hatte ich als einzigen Monitor meinen rechten Kopfhörer. Dementsprechend hatte ich auch nur wenig Spaß beim auflegen - so allein im Hellen und nicht dazu in der Lage das zu zeigen was ich drauf habe. Ich hab' mich dann aber zusammengerissen und mich "professionell" verhalten, weil getanzt wurde ja doch. Als ich dann aufgehört habe nach etwa 2 Stunden die Musik abgedreht habe und dennoch positives Feedback bekommen habe, habe ich zu Grübeln begonnen ...
Am Sonntag bin ich dann über den Mix von den drei NOISIAnern gestolpert und hab' mal bei einem nachmittäglichen Spaziergang reingehört. Ich hab' natürlich eine Ladung Drum&Bass pur erwartet und war dann überrascht wieviele Tempo- und Stilwechsel in dem Mix vorkommen. Tracks werden teilweise nur angeteased, andere wieder fließen wieder schön ineinander, aber da sind dann eben auch diese abrupten Drops und Wechsel drinnen. Zuerst wusste ich nicht ob ich das gut finde oder nicht, aber ich stand noch unter dem Eindruck einer zu kurz geschlafenen Nacht und der Auflegerei vom Vortag:
Jedenfalls, hab' ich mir ungefähr bei der Hälfte des Mixes gedacht, das es eigentlich das ist was ich hören/spielen will. Ich will nicht verzweifeln wenn mal nicht alles so läuft wie ich es gerne hätte; es ist egal wenn nicht jeder Übergang perfekt sitzt; einfach eine gute Zeit haben und wenn etwas nicht klappt darüber lachen (können);
Die Selection ist soundso wichtiger als die Skills - das habe ich schon so oft gedacht und gesagt, aber so richtig verstanden habe ich es erst an diesem essentiellen Noisia Wochenende.
Hat sich aber jetzt meine Sichtweise auf elektronische Musik verändert oder habe ich beim Schreiben das Thema verfehlt? Die ganze Auflegerei hat klarerweise über die Jahre(!) meine Sichtweise krass verändert. Aber es geht dabei nicht um Perfektion oder das eigene Ego: Es geht darum auf beiden Seiten der Plattenspielerinnen eine gute Zeit zu haben und/oder aus den selbst geschaffenen Kopfwelten auszusteigen. Und wenn dann einmal auf einen echten Stomper eine Radiohead-Nummer folgt dann kann das richtig fein sein ...
17. März 2010
Hat der Noisia Essential Mix deine Sichtweise in Bezug auf elektronische Musik verändert?
5. Januar 2009
NULLNEIN (so egal!)
fuenf lieder die die naechsten dreihundertfuenfundsechzig tage ein klein wenig bittersuesser machen sollten. NULLNEIN gehoert den eingeschuechterten, stummgeschalteten, vergessenen, ausgegrenzten und gluecklosen. an alle jene und den ganzen grossen rest: "moegen all eure wuensche, hoffnungen und sehnsuechte zu wahrheiten werden!"
MARSMOBIL - magnetising (original clip)
PORTISHEAD - nylon smile (live @ La musicale 2008)
MGMT - time to pretend (original clip)
MGMT-TimeToPretend
Caspian - ASA (mp3)
GYSBERT ZU KNYPHAUSEN - neues jahr (live @ studio eins 2008)
(-__-)
MARSMOBIL - magnetising (original clip)
PORTISHEAD - nylon smile (live @ La musicale 2008)
MGMT - time to pretend (original clip)
MGMT-TimeToPretend
Caspian - ASA (mp3)
GYSBERT ZU KNYPHAUSEN - neues jahr (live @ studio eins 2008)
(-__-)
4. Dezember 2008
aus ecken herausdenken!
es ist gemuetlicher aus ecken heraus zu denken, die schon bekannt sind. hier ist es so schoen warm und kuschelig. diese ecke des sofas kennen wir schon und von hier aus haben wir die beste sicht. ausserdem: alles muessen wir jetzt ja auch nicht sehen, so unbedingt! wir koennen uns ja schliesslich nicht um alles kuemmern. das renkt sich schon alles wieder von selbst ein. wenn's brenzlig wird, ist uns noch immer etwas eingefallen.
immerhin.
also immerhin bezahlen wir ja auch dafuer. und fuer irgendwas muessen sie ja gut sein. hier kann uns auch so bald nichts geschehen. und wenn schon. hier kennen wir alles und von hier aus koennen wir (mal leise, mal lauter) alles kritisieren, was nach alternativen riecht. das haben wir uns - klug wie wir nunmal sind - clever ausgedacht (ja, okay, wir haben es uns jetzt nicht alleine einfallen lassen, ein bisschen geholfen ist uns schon geworden).
so sind wir jetzt - und solange wir nicht einmal den spiegel erkennen (hat da grad jemensch geschrieen?) - und auch hinkuenftig davor gefeit zu erkennen, dass es die alternativenlosigkeit ist, die uns an uns selbst fesselt. machtlos und unfaehig irgendetwas zu unternehmen bleiben wir in der schlammgrube kleben, in die wir tagtaeglich reinspucken.
der grind hier gehoert wenigstens uns. auch wenn uns eh niemand mehr glaubt, dass wir hier gluecklich werden koennen, vergewissern wir uns bei jeder begruessung, das dem so ist: ja, wir sind gluecklich! ja, es geht uns gut! ach was, es ging und nie besser! hauptsache gesund und ach ja wird schon wieder werden! darf ich dir noch was zu trinken bringen?
immerhin.
also immerhin bezahlen wir ja auch dafuer. und fuer irgendwas muessen sie ja gut sein. hier kann uns auch so bald nichts geschehen. und wenn schon. hier kennen wir alles und von hier aus koennen wir (mal leise, mal lauter) alles kritisieren, was nach alternativen riecht. das haben wir uns - klug wie wir nunmal sind - clever ausgedacht (ja, okay, wir haben es uns jetzt nicht alleine einfallen lassen, ein bisschen geholfen ist uns schon geworden).
so sind wir jetzt - und solange wir nicht einmal den spiegel erkennen (hat da grad jemensch geschrieen?) - und auch hinkuenftig davor gefeit zu erkennen, dass es die alternativenlosigkeit ist, die uns an uns selbst fesselt. machtlos und unfaehig irgendetwas zu unternehmen bleiben wir in der schlammgrube kleben, in die wir tagtaeglich reinspucken.
der grind hier gehoert wenigstens uns. auch wenn uns eh niemand mehr glaubt, dass wir hier gluecklich werden koennen, vergewissern wir uns bei jeder begruessung, das dem so ist: ja, wir sind gluecklich! ja, es geht uns gut! ach was, es ging und nie besser! hauptsache gesund und ach ja wird schon wieder werden! darf ich dir noch was zu trinken bringen?
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